Die Schriftstellerin Elsa Pérez huldigt den Bernia-Ohrringen und lässt sich dabei von ihrer Skizze „Aurora“ inspirieren.
Zwei schlafende Tautropfen. Schlafend und eisig. Gelassen und still. Zwei unberührte Tränen.
Das sind sie, ja, zwei unberührte Tränen, geschnitzt, raffiniert, verfestigt in zwei Konjugationen des gleichen silbernen Verses. Töchter der weiblichen Jugend, die auch mir das Leben schenkte.
Aus ihren Tränensäcken entsprungen. Zwei Schwestertropfen. Identisch und lang. Frucht ihrer Hingabe, als sie sahen, wie die gespenstischen Mondstrahlen zum ersten Mal die Wangen ihres neugeborenen Kindes küssten.
Der Mond, göttliche Gottheit, bedeckte die Nacht mit dem geflüsterten Versprechen, über das neugeborene Mädchen zu wachen. Ein wahres Versprechen, von Mutter zu Mutter gegeben. Besiegelt mit der Verfestigung von zwei Tränen, die gleichzeitig mit mir geboren wurden.
Von ihr erbte ich diese beiden schlafenden Wassertropfen, die heute an meinen Ohren hängen. Schlafend und eisig. Gelassen und still, deren Geräusch nur für mich wahrnehmbar ist.
Meine Mutter erinnerte mich immer daran, dass es derselbe Mond war, der die beiden Freudentränen, die ihr Gesicht am Tag meiner Geburt verschleierten, in silberne Kunst verwandelte und die heute zwei Amulette sind, die in der Nähe meiner Ohren leben, damit ich immer das vom Mond versprochene Flüstern hören kann: Du bist immer in Sicherheit.